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Mittwoch, 10. Juni 2026

Die EU und ich: Was bringt die Europawahl 2019?

Die Europawahl 2019 rückt näher. Doch was tut die EU für uns? Ein Blick darauf, wie die Union unser Leben beeinflusst und welche Entscheidungen zu treffen sind.

Lena Müller··3 Min. Lesezeit

Die Frage, was die Europäische Union (EU) für den Einzelnen tut, ist eine sicherlich vielschichtige Angelegenheit. Wenn wir den 26. Mai 2019 im Kalender anstreichen, bereiten sich die Bürger vor, ihre Stimmen im Rahmen der Europawahl abzugeben. Doch was genau wird durch die Abstimmung beeinflusst? Ein unaufgeregter Blick auf die EU und ihre vielfältigen Einflüsse könnte so manchen zum Nachdenken anregen.

Beginnen wir mit einem zentralen Punkt: Reisefreiheit. Ein einfaches, jedoch für viele ganz alltägliches Beispiel. Dank des Schengener Abkommens, das von der EU gefördert wurde, können wir uns in den meisten europäischen Ländern ohne Passkontrollen bewegen. Im Urlaub spüren wir die Vorteile, doch auch im Arbeitsleben gewinnt diese Freiheit an Bedeutung. Von Berlin nach Barcelona zu reisen, um an einer Konferenz teilzunehmen, ist für viele einfach selbstverständlich geworden. Es ist fast so, als wäre die Vergangenheit, in der Reisen mit Bürokratie und langen Wartezeiten verbunden war, vergessen.

Neben den direkten persönlichen Vorteilen zeigt sich die Relevanz der EU auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Der Binnenmarkt der EU ermöglicht es Unternehmen, grenzüberschreitend zu handeln, was zu einer Erhöhung der Wettbewerbskraft führt. Bei all dem Lob für die wirtschaftlichen Errungenschaften ist auch eine Prise Ironie nicht fehl am Platz. Schaut man sich die Verhandlungen über Handelsabkommen an, hat man manchmal den Eindruck, dass Bürokraten mehr Zeit damit verbringen, sich über Kommas und Paragraphen zu streiten, als über die tatsächlichen Bedürfnisse der Bürger nachzudenken.

Doch nicht nur der Handel ist von der EU betroffen. Die Agrarpolitik, die oft als unverständlich und überreguliert wahrgenommen wird, sorgt dafür, dass die Lebensmittelversorgung in den Mitgliedstaaten relativ stabil bleibt. In Deutschland beispielsweise findet man die Auswirkungen der EU-Subventionen auf dem eigenen Teller wieder, auch wenn der Verbraucher selten darüber nachdenkt, wie viel Preisnachlass auf der Gurke oder dem Apfel eigentlich von europäischen Bestimmungen abhängt.

Die EU gibt sich jedoch nicht damit zufrieden, nur dafür zu sorgen, dass man die Koffer packen und die neuesten Trends der kulinarischen Facetten Europas genießen kann. Umweltschutz ist ebenfalls ein großes Thema, das dank der europäischen Zusammenarbeit in den letzten Jahrzehnten zunehmend ins Bewusstsein der Bürger gerückt ist. Die EU hat zahlreiche Richtlinien und Gesetze erlassen, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und nachhaltige Energiequellen zu fördern. Der Klimawandel ist kein abstraktes Konzept mehr – er ist hier und jetzt, und jeder ist gefragt, seinen Teil beizutragen.

Während sich die Wähler also Gedanken über ihre Stimmen machen, sollte man nicht die verschiedenen Perspektiven aus den Augen verlieren. Die EU mag für einige ein schwerfälliger Koloss sein, der kaum zu bewegen ist. Für andere hingegen ist sie das Rückgrat des Fortschritts und der Stabilität in einer unbeständigen Welt. Man könnte sagen, die EU ist wie ein überdimensioniertes Straßenschild: Unscheinbar und oft ignoriert, aber fehlerhaft handeln wäre fatal.

Wenn die Stimmen am 26. Mai gezählt werden, wird sich zeigen, welche Richtung die EU einschlagen wird. Die Frage, was die EU tatsächlich für uns tut, wird dabei nicht endgültig beantwortet werden. Stattdessen wird sie weiter bestehen – ein stetiges Pulsieren anarchischer Bürokratie, das ständig mit dem Einzelnen ringen wird, während dieser versucht, seinen Platz in der Gesellschaft und der Gemeinschaft zu finden.

Ob man nun am Ende den Eindruck hat, als hätten die Brüsseler Bürokraten eine klare Vorstellung davon, was „wir“ wollen, bleibt abzuwarten. Nur eines ist sicher: Wir sind alle Teil dieser Geschichte, und die nächsten Schritte werden von dem abhängen, was die Wähler an diesem Tag entscheiden.

Was die EU also für uns tut? Wir werden es rechtzeitig herausfinden. Und das ist vielleicht das Spannendste daran.