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Schwäche in der Konjunktur zu Jahresbeginn

Die deutsche Konjunktur startet ohne Schwung ins neue Jahr. Die Erholung bleibt fragmentiert und die Prognosen des DIHK lassen wenig Optimismus erahnen.

David Braun··2 Min. Lesezeit

Die ersten Monate des neuen Jahres haben der deutschen Wirtschaft nicht den erhofften Schwung gebracht. Die Prognosen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeichnen ein Bild der ständigen Uneinheitlichkeit, das eher an einen Wellenbrecher als an eine Welle erinnert. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, denen Unternehmen gegenüberstehen, ist das Bild einer wirtschaftlichen Erholung weit entfernt von der Konstanz, die man sich wünscht.

Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen scheint ein zähes Ringen zu sein, das sich nur schleppend entfaltet. Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Lage in Europa, die nach wie vor krisenbehaftete geopolitische Situation und die steigenden Kosten von Energie und Rohstoffen setzen die Unternehmen unter Druck. Selbst die optimistischsten Wirtschaftsanalysten müssen sich eingestehen, dass der konjunkturelle Aufschwung im Moment eher ein vager Hoffnungsschimmer als eine greifbare Realität ist.

Ein Blick auf die verschiedenen Sektoren zeigt, dass die Erholung alles andere als homogen verlaufen ist. Während einige Branchen, wie die Automobilindustrie, erste Anzeichen einer Stabilisierung zeigen, kämpfen andere, insbesondere der Einzelhandel und die Bauwirtschaft, mit erheblichen Rückgängen. Die Konstruktion leidet unter gestiegenen Zinsen und der Unsicherheit bezüglich der zukünftigen staatlichen Fördermaßnahmen. Die Folge ist ein Rückgang der Bautätigkeit, was nicht nur Arbeitsplätze gefährdet, sondern auch den Wohnungsbau in einem ohnehin angespannten Markt weiter verkompliziert.

Und dann gibt es die Frage der Fachkräftesituation. Die teilweise schon als dramatisch zu bezeichnenden Engpässe am Arbeitsmarkt stellen eine weitere Hürde dar, die der wirtschaftlichen Erholung im Weg steht. Firmen sehen sich gezwungen, kreative Lösungen zu finden, um die notwendigen Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Dabei wird oft vergessen, dass diese Herausforderung nicht nur die Unternehmen, sondern auch die gesamte Volkswirtschaft betrifft — kann doch eine stagnierende oder gar schrumpfende Volkswirtschaft sozialen Unfrieden und Unruhen nach sich ziehen.

Der DIHK selbst sieht in seinen aktuellen Prognosen für das Jahr 2023 eine „stabile Stagnation“ voraus. Stagnation und das Fehlen von dynamischen Wachstumsimpulsen charakterisieren die gegenwärtige wirtschaftliche Lage. Die zu beobachtenden Trends deuten darauf hin, dass sich die Unternehmen auf eine lange Periode der Unsicherheit einstellen müssen. Wenn man einen Blick auf die globalen Märkte wirft, wird deutlich, dass sich viele Länder in einem ähnlichen Dilemma befinden. Der Druck, den Wettbewerb nicht zu verlieren, führt häufig zu schädlichen Einschnitten bei den Investitionen in Innovation und Forschung — während genau diese Bereiche für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung entscheidend sind.

Die künftige Entwicklung wird sich entscheiden, ob wir es mit einem langwierigen Hangeln durch die Unsicherheiten oder mit einer tatsächlichen Wiederbelebung der Konjunktur zu tun haben werden. Der DIHK schätzt, dass die heimische Industrie in der Lage sein könnte, eine moderate Erholung hinzulegen, sofern die Rahmenbedingungen stimmen — jedoch ist das eine große „wenn“. Ohne effiziente politische Maßnahmen, die nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Infrastruktur und das Bildungssystem stärken, scheint die Aussicht auf eine schnellere Erholung eher illusorisch zu sein.